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31. Mai 2009: Vortrag P. Paul Maria Sigl Opus J.S.S. - Details
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31. Mai 2009: Vortrag von P. Paul Maria Sigl am Gebetstag in Köln

„Gott zeigt uns durch Maria,
die Mutter aller Völker, den Weg zum wahren Frieden.“

Vortrag von P. Paul Maria Sigl Opus J.S.S.
geistlicher Leiter der Gemeinschaft 'Familie Mariens'

Gebetstag in Köln,
Pfingstsonntag, 31. Mai 2009

Dieser Vortrag kann als PDF hier abgerufen
oder als Broschüre bestellt werden unter: st.josef@familiemariens.org.
Der Text darf nur mit ausdrücklicher Erlaubnis verwendet werden.

Teil I

Das Kommen der Mutter aller Völker - Höhepunkt der "Marianischen Epoche"
Lernen wir von Fatima!
Maria kommt nach Amsterdam
Die Seherin Ida Peerdeman
Echtheitsbeweise
Kirchliche Position
DER TITEL - Die Frau, die Mutter aller Völker
Teil II
Teil III

 


Liebe Brüder und Schwestern, liebe Pilger aus nah und fern!

Am heutigen Tag genau vor 50 Jahren, also am 31. Mai 1959, erschien Maria als die Frau, die Mutter aller Völker zum letzten Mal in Amsterdam. Welch glückliche Fügung, dass wir heute an diesem goldenen Jahrestag in der Diözese von S. E. Joachim Kardinal Meisner diesen Gebetstag feiern dürfen.
Wir erfüllen dadurch einen ausdrücklichen Wunsch der Gottesmutter, den sie schon vor 54 Jahren aussprach: „Ihr sollt dafür sorgen, dass jedes Jahr um diesen Thron bei diesem Bild die Völker versammelt werden. Das ist die große Gunst, die Maria, Mirjam oder die Frau aller Völker der Welt schenken darf.“ (31.05.1955) Die Gottesmutter ist es also, die uns eingeladen hat, um uns besondere Gnaden zu schenken. Und so ist sie heute die eigentliche „Gastgeberin“!

Das Kommen der Mutter aller Völker - Höhepunkt der „Marianischen Epoche“

Viele von euch sind schon seit Jahren treue Verehrer der Mutter aller Völker. Doch für all jene, die zu unserer Freude heute zum ersten Mal in unserer Mitte sind - und das sind sehr viele -, möchte ich ein wenig die einzigartige Bedeutung der Frau aller Völker aufzeigen.
Mit der Erscheinung der Immaculata in der Rue du Bac in Paris, wo uns Maria die Wundertätige Medaille offenbarte, begann 1830 die sogenannte „Marianische Epoche“. Dieser Zeitabschnitt ist deshalb so genannt, weil die Gottesmutter in keiner früheren Epoche an so vielen verschiedenen Orten ihre mütterliche Liebe und Gegenwart erleben ließ - und dies großteils in Europa. Denken wir nur an die kirchlich anerkannten Erscheinungsorte wie La Salette, Lourdes, Knock in Irland, Fatima, Beauraing und Banneux in Belgien.
Wir hatten ihre machtvoll-schützende Gegenwart und geradezu greifbare Nähe überaus nötig, denn in den vergangenen 180 Jahren versuchte Satan wie nie vorher in einem Frontalangriff gegen Gott, Völker, Kirche und Welt zu vernichten.
Mit dem Kommen der Immaculata und der Offenbarung der Wundertätigen Medaille begann also die für uns alle so bedeutsame „Marianische Epoche“.

Aber mit dem Kommen der FRAU, DER MUTTER ALLER VÖLKER nach Amsterdam erreicht die „Marianische Epoche“ ihren krönenden Höhepunkt. Vielleicht überrascht euch dies, doch ihr werdet es in der Folge gut verstehen. Wenn wir nämlich die Wünsche Gottes erfüllen, die uns durch die Mutter in Amsterdam geoffenbart worden sind, wird uns dies in eine neue Epoche, zu einem Neuen Pfingsten, in eine neue Zeit führen.
Der Erscheinungszyklus von Amsterdam liegt zwar gut 50 Jahre zurück, hat aber nichts von seiner Aktualität verloren. Im Gegenteil!
Denn heute, in einer Zeit, in der sich praktisch alle Lebensbereiche von Kirche und Welt in einer fast ausweglosen Krise befinden und der Weltfriede wie nie zuvor bedroht ist, kommt den Erscheinungen der Frau aller Völker, deren übernatürlichen Ursprung der Diözesanbischof Jozef M. Punt in einem Dekret im Jahre 2002 bestätigt hat, unvergleichliche Bedeutung zu.
Wir alle müssen für die nahe Zukunft unbedingt tiefer verstehen, wie viel für den ersehnten Frieden in den Familien und unter den Völkern davon abhängt, jetzt und heute genau das zu tun, was die Mutter aller Völker in Amsterdam wünscht! Alles hängt von unserem Mitwirken ab!

Lernen wir von Fatima!

Um euch, liebe Pilger, im Zusammenhang mit Amsterdam zu zeigen, wie entscheidend unser Mitwirken ist, möchte ich euch an Fatima erinnern. Der Rückblick auf Fatima zeigt uns auf dramatische Weise, was geschieht, wenn man den Worten Mariens zu wenig Glauben schenkt und ihrer mütterlichen Strategie nur zögernd Folge leistet.
Das Paradoxe ist: Fatima wurde zwar von höchster kirchlicher Stelle in seiner Übernatürlichkeit anerkannt, doch hat man viel zu lange gewartet, die Wünsche der Gottesmutter in die Tat umzusetzen.

1917, gegen Ende des Ersten Weltkrieges, hatte die Rosenkranzkönigin in Portugal vor Russland und der weltweiten Ausbreitung seiner atheistischen Ideologie gewarnt. Aber man nahm dies viel zu wenig ernst. Und so breitete sich der militante Atheismus in Windeseile aus und knechtete jene Länder, die - eines nach dem anderen - in brutaler Weise überfallen wurden.

Hier sehen wir den russischen Überfall auf die Tschechoslowakei 1968.
In Prag standen Studenten und Familienväter über Nacht machtlos vor vollendeten Tatsachen.
Dieser slowakische Arbeiter in Bratislava, der sich auf dem Heimweg von der Fabrik plötzlich russischen Panzern gegenübersieht, zerreißt im Schmerz seiner Hilflosigkeit auf offener Straße sein Hemd.

Allein in Russland wurden über 50.000 Kirchen und Klöster zerstört, und Millionen starben in Gulags, den sibirischen Straflagern. Vergessen wir nicht: Das alles hätten wir verhindern können, hätten wir auf die mahnenden Rufe der Mutter in Fatima gehört!

Ebenso warnte die Rosenkranzkönigin vor dem Drama eines Zweiten Weltkrieges, und das mehr als 20 Jahre zuvor!
Um Kommunismus, Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg zu verhindern, hatte sie die konkreten Gnadenmittel geoffenbart: das Rosenkranzgebet, die Sühnekommunion am ersten Samstag des Monats und die Weihe an ihr Makelloses Mutterherz.

 

Leider wurde ihre mütterliche Bitte nicht erfüllt, und so starben Millionen von Menschen in Konzentrationslagern und an der Front. Soldaten, die nicht auf dem Schlachtfeld ihr Leben verloren, kamen in Kriegsgefangenschaft. Dieses Bild zeigt deutsche Kriegsgefangene in Moskau vor ihrer Deportation nach Sibirien.

Mit welchem Hass Satan alles vernichten will, was an Gott erinnert, kann man am besten am Kloster von Monte Cassino zeigen, dem wohl berühmtesten und schönsten Benediktinerkloster der Welt. Hier sehen wir es vor und nach der Bombardierung.


Die Städte Europas, vor allem jene in Deutschland, lagen in Schutt und Asche, ganz zu schweigen von Hiroschima und Nagasaki. Dies ist eine Luftaufnahme von Hiroschima im September 1945, einen Monat nachdem die erste Atombombe der Kriegsgeschichte die Stadt dem Erdboden gleichgemacht hatte.

Heute sind wir in Köln, so erlaube ich mir, euch ein Foto zu zeigen, das ebenfalls aus dem Jahr 1945 stammt, als Köln - wie viele andere deutsche Städte - einer Geisterstadt glich.

Weil wir die Worte Mariens in Fatima nicht ernst genommen haben, ist es leider dazu gekommen. Es ist erschütternd, wenn man bedenkt, dass man all das namenlose Leid und Elend verhindern hätte können.

 


Maria kommt nach Amsterdam

Aber Maria lässt uns als liebevolle Mutter nie allein! So eilte sie uns gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erneut zu Hilfe, und zwar in den Niederlanden. Am 25. März 1945, dem Fest Maria Verkündigung, erschien die Gottesmutter in aller Stille der 40-jährigen Ida Peerdeman in ihrer Wohnung in Amsterdam.
In 56 Erscheinungen spricht die Mutter aller Völker während gut 14 Jahren zu einzelnen Nationen und Völkern - am meisten übrigens zu Deutschland. Sie richtet ihr Wort an den Papst, an Bischöfe, Priester und Ordensleute, an die Familien, an Männer, Frauen und Kinder und an alle Menschen guten Willens. Als Mutter warnt sie vor Glaubensverfall und moralischem Verfall, vor Unheil und Krieg. Sie möchte uns - wie sie sagt - vor einer drohenden, großen Weltkatastrophe retten, um uns in eine neue, geisterfüllte Zeit, in eine Zeit des Friedens zu führen. Dazu erinnert uns die Frau aller Völker an die Kostbarkeit und göttliche Kraft der Sakramente, besonders jene der Hl. Eucharistie.
Sie bittet uns vor allem um die Liebe, so dass die Seherin das Wort „LIEBE“ einmal in großen Lettern auf das Firmament geschrieben sah. Deshalb führt sie die Menschheit zurück zum Kreuz, dem Höhepunkt der Liebe, zum Kreuz, der Quelle der Barmherzigkeit, zum Mittelpunkt der Schöpfung. Aus diesem Grund haben wir das Kreuz unserer Erlösung mit dem Gnadenbild des Barmherzigen Jesus ganz bewusst in die Mitte der Kölnarena gestellt.

 

Die Seherin Ida Peerdeman

So viele sind heute zum ersten Mal hier, deshalb möchte ich unbedingt einige Worte zur Seherin Ida Peerdeman sagen. Das Foto zeigt sie im Alter von 27 Jahren. Ida war außerordentlich bescheiden und ihrem Bischof und Seelenführer gegenüber beispielhaft gehorsam. Obwohl unverheiratet, erlebten sie alle, die sie näher kannten, als zutiefst mütterliche Frau.

Bereits als Zwölfjährige hatte sie auf dem Heimweg von der wöchentlichen Hl. Beichte ihre erste Begegnung mit der strahlenden, weißgekleideten „Frau“.
Es war der 13. Oktober 1917 - also derselbe Tag, an dem sich die Gottesmutter zum letzten Mal in Fatima zeigte und sich das Sonnenwunder ereignete. Davon aber hatte die Zwölfjährige noch keine Ahnung.
Viele Jahre später beschrieb Mutter Ida - wie hier auf dem Foto - ihre erschütternden Visionen, in denen sie nicht nur unheilvolle Ereignisse schaute, die es zu verhindern gilt, sondern auch die herrliche Erneuerung der Kirche, die unfehlbar kommen wird, und zwar durch ein Neues Pfingsten der Liebe.

Mutter Ida starb am 17. Juni 1996 mit 90 Jahren. In seiner Wertschätzung für
die Seherin ließ es sich der damalige Diözesanbischof von Haarlem- Amsterdam, Msgr. Henrik Bomers, nicht nehmen, die Begräbnisfeierlichkeiten selbst zu leiten. Ich denke: Wäre er nicht von der Echtheit der Erscheinungen und Botschaften überzeugt gewesen, hätte Bischof Bomers dies um keinen Preis getan.
Während der Hl. Messe sagte er in seiner Homilie:
„Wir sind hier zusammengekommen als Menschen, die Ida Peerdeman geliebt, bewundert und geschätzt haben. Auf jeden Fall möchte ich hier sagen, dass ich Ida ziemlich gut gekannt habe ... Sie war durch und durch nüchtern bis zum letzten Tag und hatte eine große Abscheu vor einer Verherrlichung ihrer eigenen Person ... Was für mich auch ohne Zweifel feststeht: Sie war absolut ehrlich und sagte die Wahrheit über das, was sie erlebt hatte.“

 

Echtheitsbeweise

Zu dieser positiven Meinung über die Seherin kam Bischof Bomers natürlich durch die persönlichen Begegnungen und Gespräche mit ihr, aber wohl auch durch Echtheitsbeweise, die Gott hier in Amsterdam so zahlreich und faszinierend schenkte, wie man sie sonst kaum in der Geschichte der Marienerscheinungen findet.
Die Frau aller Völker sagt über ihre Botschaften: „Meine Zeichen liegen in meinen Worten.“ (31.05.1957) Das bedeutet: Sie beweist die Echtheit ihrer Botschaft immer wieder aufs Neue, indem sich die zahlreichen Voraussagen im Laufe der Jahre erfüllen.
Die kurz bemessene Zeit erlaubt mir nur wenige Beispiele zu erwähnen.

Schon 1950 schaute Ida die Wiedervereinigung Deutschlands. In einer Vision zeigte die Frau auf eine dicke Linie in Deutschland und sagte: „Europa ist in zwei Teile geteilt.“ (10.12.1950) Daraufhin schaute die Seherin, wie die Gottesmutter eine Handbewegung machte und diese Linie mit einem Griff auslöschte.

Fast 40 Jahre später, 1989, wurden wir dann selbst Zeugen vom Fall der Berliner Mauer - über die Staatspräsident Honecker noch zehn Monate vorher gesagt hatte: „Die Mauer bleibt noch hundert Jahre.“
Die Überzeugung Honeckers ist leicht nachzuempfinden angesichts dieser Militärparade, die im Oktober 1989, nur wenige Wochen vor dem Umbruch, stattgefunden hatte.

Auch die erste Mondlandung durch die Amerikaner im Jahr 1969 schaute die Seherin bereits 23 Jahre zuvor. Dabei erlebte Ida an sich selbst den Zustand der Schwerelosigkeit, den sie ihrem Seelenführer genau beschrieb. (07.02.1946)

Ein andermal wurde Ida in einer Vision in den Petersdom geführt. Dort sah sie alle Bischöfe der Welt mit weißen Mitren, den Heiligen Vater mit der Tiara und einem dicken Buch. Niemand auf der Welt - am wenigsten die Seherin selbst - konnte damals auch nur erahnen, dass sie mit dieser eindrücklichen Vision vom 11.02.1951 das Zweite Vatikanische Konzil schaute, das erst elf Jahre später stattfand.

Den wohl stärksten Echtheitsbeweis gab die Gottesmutter der Seherin in der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 1958. Sie kündigte ihr an, dass Anfang Oktober - also acht Monate später - der zu dieser Zeit noch völlig gesunde Papst Pius XII. sterben werde.
„Höre, dieser Heilige Vater, Papst Pius XII., wird Anfang Oktober dieses Jahres bei den Unseren aufgenommen werden. Die Frau aller Völker, die Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin wird ihn in die ewigen Freuden geleiten.“

Die Gottesmutter wünschte von der Seherin, dass sie mit niemandem über diese Mitteilung spreche. Der Seelenführer respektierte diese absolute Verschwiegenheit, wollte aber, dass Ida den geheimen Inhalt in einem versiegelten Kuvert bei ihm hinterlege. Zu Hause bewahrte sie eine Kopie dieser Botschaft auf.
Tatsächlich starb Papst Pius XII. Anfang Oktober in Castel Gandolfo († 09.10.1958). Mutter Ida fuhr noch am selben Tag zu ihrem Seelenführer und zeigte ihm die Kopie jener Botschaft, die nun Wirklichkeit geworden war. Dieser Echtheitsbeweis war für den Seelenführer umso überzeugender, weil er als Priester nur zu gut wusste: Den Todestag eines Menschen bestimmt und kennt nur Gott allein. Den versiegelten Brief schickte der Seelenführer P. Frehe OP dann nach Rom.

Man kann leicht ermessen, welch überragende Bedeutung die Amsterdamer Botschaften für Kirche und Welt haben müssen, wenn Gott Seine Echtheitsbeweise hineinreichen lässt bis in ein Konzil oder bis in das Leben und Sterben eines heiligen Papstes.



Kirchliche Position

Natürlich beschäftigten sich in der Folge nicht nur Bischof Huibers und seine Nachfolger mit den Ereignissen von Amsterdam, sondern auch die Glaubenskongregation in Rom.
Die Untersuchungen und Befragungen durch die diözesanen Kommissionen zogen sich über Jahre hin. Im Mai 1974 sandte die Glaubenskongregation dem Bischof von Haarlem, Msgr. Zwartkruis, einen Brief und veröffentlichte im Osservatore Romano eine Notifikation des Standpunktes „non constat de supernaturalitate“, was bedeutet: „die Übernatürlichkeit steht“ bis zum jetzigen Zeitpunkt noch „nicht fest“.

1996, 22 Jahre später, entschlossen sich - bewegt durch viele Bitten aus dem In- und Ausland - Bischof Henrik Bomers von Amsterdam und sein Weihbischof Jozef M. Punt, nach Rücksprache mit der Glaubenskongregation die öffentliche Verehrung Mariens unter dem biblischen Titel „Frau aller Völker“ offiziell zu erlauben. (Foto: Die beiden Bischöfe beim 2. Internationalen Gebetstag 1998. Hinter ihnen, als Hauptzelebrant, der österreichische Kardinal Alfons M. Stickler aus Rom, † 2007, der immer schon an die Echtheit der Amsterdamer Botschaften glaubte.)

Dies taten sie durch ein Dekret, das sie genau heute vor 13 Jahren, am 31. Mai 1996, veröffentlichten. Darin steht unter anderem:
„Es muss zwischen den Erscheinungen/Botschaften einerseits und dem marianischen Titel ,Frau aller Völker‘ andererseits unterschieden werden.
Über den übernatürlichen Charakter der Erscheinungen und den Inhalt der Botschaften kann die Kirche in diesem Moment keine Aussage machen. Es steht jedem frei, sich darüber nach seinem persönlichen Gewissen ein Urteil zu bilden.
Das Gebet ,Herr Jesus Christus, Sohn des Vaters ...‘ mit dem darin enthaltenen Titel ,Frau aller Völker‘ hat schon seit 1951 die kirchliche Genehmigung des damaligen Bischofs von Haarlem, Msgr. Huibers. Auch gegen die öffentliche Verehrung von Maria unter diesem Titel bestehen unsererseits keine Bedenken.“

Dass wir am heutigen Pfingstfest hier in der LANXESS-Kölnarena so offen über das Kommen Mariens nach Amsterdam und über ihre Botschaften sprechen können, ist auch deshalb möglich, weil der jetzige Diözesanbischof von Amsterdam, Msgr. Jozef Marianus Punt, am 31. Mai 2002 die Erscheinungen von Amsterdam kirchlich anerkannt hat.
In seinem Dekret heißt es:
„Wie bereits bekannt, haben mein Vorgänger, Msgr. H. Bomers, und ich im Jahr 1996 die öffentliche Verehrung erlaubt.
Mittlerweile sind sechs Jahre vergangen, und ich stelle fest, dass diese Verehrung weltweit im Glaubensleben von Millionen einen festen Platz eingenommen hat und von vielen Bischöfen unterstützt wird ... In voller Anerkennung der Verantwortlichkeit des Hl. Stuhles ist es in erster Linie die Aufgabe des Ortsbischofs, sich dem Gewissen entsprechend über die Authentizität von Privatoffenbarungen zu äußern, die sich in seiner Diözese ereignen oder ereignet haben.
Dazu habe ich betreffs früherer Untersuchungsergebnisse und darin aufkommender Fragen und Einwände nochmals Rat bei mehreren Theologen und Psychologen eingeholt … Auch habe ich betreffs der geistigen Früchte und der weiteren Entwicklung das Urteil einer Anzahl von Mitbrüdern im Bischofsamt eingeholt, die in ihren Diözesen eine große Verehrung Mariens als Mutter und Frau aller Völker kennen.
In Anbetracht all dieser Gutachten, Zeugnisse und Entwicklungen und nachdem ich alles im Gebet und in theologischer Reflexion erwogen habe, führt mich dies zur Feststellung, dass in den Erscheinungen von Amsterdam ein übernatürlicher Ursprung vorliegt.“


DER TITEL- Die Frau, die Mutter aller Völker


Schon bei der ersten Erscheinung stellte sich die Gottesmutter mit dem schönen, biblischen Titel „Frau“ vor. Mehr als 150-mal verwendet sie in den Botschaften diesen neuen Titel: „Ich bin die Frau - Maria - Mutter aller Völker. Du kannst sagen: die FRAU ALLER VÖLKER oder MUTTER ALLER VÖLKER.“ (11.02.1951)
Warum „FRAU“ aller Völker? Um tiefer zu verstehen, warum die Gottesmutter jetzt und heute unter dem Titel „FRAU“ erscheint, muss man natürlich die Hl. Schrift öffnen, denn nur dort eröffnet sich uns die Bedeutungsfülle dieses Wortes.


1. Bereits auf den ersten Seiten, in der Genesis, lesen wir von der FRAU, die vereint mit ihrem Sohn der Schlange den Kopf zertritt:
„Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.“ (Gen 3,15)
Die katholische Bibelwissenschaft hat nie gezögert, in dieser FRAU Maria zu erkennen, die vereint mit ihrem Sohn Satan besiegt. Und auch in Amsterdam weist Maria darauf hin:
„Ich habe mit meinem Fuß die Schlange zertreten. Ich bin vereint worden mit dem Sohn, so wie ich immer vereint war mit ihm.“ (15.08.1951) „Sie wird, wie es vorhergesagt ist, Satan überwinden. Sie wird ihre Füße auf Satans Kopf setzen.“ (31.05.1955)


2. Auf der Hochzeit zu Kana begegnet uns die fürbittende und gnadenvermittelnde FRAU:

„Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,4f)
Jesus spricht Seine Mutter hier nicht mit „FRAU“ an, um Sich von ihr im Sinne einer harten Ablehnung zu distanzieren, sondern um sie an ihre universale Mutterberufung zu erinnern.
In Amsterdam verweist Maria bewusst auf Kana, um einerseits ihr vollkommen harmonisches Verhältnis zu ihrem Sohn zu beschreiben und um andererseits zu zeigen, dass Jesus sogar
wollte, dass sie als die „FRAU“ das Wunder erbitte: „War es nicht auch der Herr Jesus Christus selbst, der mit seinem großen Wunder wartete …“, und jetzt spricht die Frau leise und mit Nachdruck, „Wasser in Wein zu verwandeln, bis seine Mutter gesprochen hatte? Er wollte sein Wunder wirken, aber er wartete, bis seine Mutter sprach. Begreifst du das? … Dieser Gedanke wird ihnen helfen, das Verhältnis der Frau zu ihrem Herrn zu verstehen.“ (31.05.1956)

3. Das Johannesevangelium beschreibt uns auch die miterlösende FRAU auf Kalvaria:

„Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!“ (Joh 19,26)
Hören wir, was Papst Johannes Paul II. darüber sagte:
„Bei zwei feierlichen Anlässen - nämlich in Kana und unter dem Kreuz - spricht Jesus sie mit dem Titel ,FRAU‘ an. (vgl. Joh 2,4;19,26) Als Frau ist Maria mit dem Heilswerk verbunden. ,Als Mann und Frau‘ hat der Herr den Menschen geschaffen (vgl. Gen 1,27), auch bei der Erlösung will er dem Neuen Adam die Neue Eva zur Seite stellen. Das Urelternpaar hatte den Weg der Sünde eingeschlagen; ein neues Paar, der Sohn Gottes unter Mitwirkung der Mutter, sollte das Menschengeschlecht in seiner ursprünglichen Würde wiederherstellen.“ (09.04.1997)
„In der Stunde Jesu, der Mutter und der Kirche sind die Worte des Erlösers feierlich und verwirklichen, was sie verkünden: Maria wird zur Mutter der Jünger Christi, zur Mutter aller Menschen bestellt.“ (08.03.1983)
Das bestätigt die Amsterdamer Botschaft vom 6. April 1952:
„Beim Kreuzesopfer verkündete der Sohn diesen Titel der ganzen Welt.“


4. Ein letztes Mal lesen wir in der Apokalypse von der FRAU als der Sonnenumkleideten:
„Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot … Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte ...“ (Offb 12,1-4)
Papst Paul VI. schrieb darüber: „Das Große Zeichen, das der heilige Apostel Johannes am Himmel sah (vgl. Offb 12,1), die FRAU, von der Sonne umkleidet, wird von der Liturgie der katholischen Kirche zu Recht als die Allerseligste Jungfrau gedeutet, die aufgrund der Gnade Christi die Mutter aller Menschen ist.“ (Einleitung zu Signum Magnum 1967)
Die Auseinandersetzung der FRAU mit dem Drachen lässt uns wieder zurückdenken an die Worte in der Genesis: „Feindschaft setze ich zwischen dich und die FRAU ...!“ (Gen 3,15). Und in Amsterdam sagt Maria zur Seherin in der Botschaft vom 3. Dezember 1953: „Die Kräfte der Hölle werden losbrechen. Sie werden jedoch die Frau aller Völker nicht überwältigen.“


Als „FRAU“ wird Maria also immer dann bezeichnet, wenn es um ihre universale Mutterberufung für alle Menschen aller Zeiten geht. Erinnert sie doch:
„Die Menschen sind der Mutter anvertraut.“ (15.08.1951)
Hinsichtlich dieses Titels gab die Mutter aller Völker auch zahlreiche tröstliche Versprechen:
„Sie wird unter diesem Titel die Welt retten.“ (20.03.1953) „Die Frau aller Völker wird der Welt Frieden bringen dürfen. Sie muss jedoch unter diesem Titel darum gebeten werden.“ (11.10.1953)
Sie ist wahrhaft die Mutter für alle Völker, Stämme und Rassen, welchem Religionsbekenntnis auch immer sie angehören. Sie liebt all ihre Kinder, auch jene, die ihre mütterliche Liebe noch nicht kennen, und besonders jene, die nichts von ihr wissen wollen.
So wird es die MUTTER ALLER VÖLKER sein, die uns weltweit dauerhaften Frieden, wahre Ökumene und Einheit im Heiligen Geist erflehen und schenken darf.


Ende Teil I Teil II



Bestelladresse für diesen Vortrag:
PDF - Familie Mariens
Dünzelbach 130,
D-82272 Moorenweis
Tel.: 0049 / (0) 81 46 / 99 63 35
Fax: 0049 / (0) 81 46 / 99 74 99
E-Mail:
st.josef@familiemariens.org

 

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